05 Februar 2010 17:32
27 Januar 2010 21:40
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03 Januar 2010 16:33
13 März 2009 18:09
06 Juni 2007 14:13
15 Februar 2007 12:47
6.1.2010
Laufen nach acht Stunden Schlaf ist auch nicht schlecht. Und um fünf Uhr morgens findet sich auf dem Stipp auch immer jemand für ein Schwätzchen. Auch wenn der Ton mal nicht ganz so verständig ist. So wie gestern. Aber der Reihe nach.
Zunächst gilt es zu korrigieren: Der Strip ist nicht die gute Stube der Amerikaner, sondern deren Bühne. Der lange rote Teppich für jedermann. Deshalb ist die Kulisse auch so groß, so bunt, so prall. Paris, Venedig, Luxor oder welche Kulisse auch immer da steht, die Besucher entkommen diesen Bildern nicht. Und auch nicht den Klängen: laute Musik auf den Gehwegen, der Soundtrack zum Stück, das hier gegeben wird.
Ganz ohne Ironie sind die Amerikaner nun aber auch nicht. Man weiß ja, dass deren Verhältnis zu den Franzosen, sagen wir: etwas getrübt ist. Vermutlich haben die Franzosen den Amerikanern nie verziehen, dass sie ihnen die Revolution als nationalen Gründungsmythos streitig machen. Und der Ernst in Sachen Kultur passt nun so gar nicht zur verspielten Aneignung von Kultur in den USA. Kurzum, das Café am Eingang der Paris-Hotel-Kasino-Anlage heißt "chez Gaby". Eine urdeutscher Vorname für ein französisches Heiligtum, das Straßencafé – eine Provokation!
Ah! Da kommt der Room-Service. Wunderbare Einrichtung. Das ist Amerika: Service, Flexibilität, Einsatzbereitschaft. Aber jetzt mal im Ernst: Wie entstand eigentlich diese Mär? In Amerika hält man sich am besten an die Karte. Extrawünsche gehen immer - wenn sie auf der Karte stehen. Manchmal wird Auswahl aber auch regelrecht eingefordert: "how would You like the egg?", diese Frage bringt jeden unerfahrenen Us-Reisenden ins Schwitzen, denn die Varianten der Ei-Zubereitung (im Glas, in der Pfanne, als ganzes gekocht usw) ist eine Wissenschaft für sich. Ähnliches kann einem auch bei einem Sandwich-Filialisten passieren, wenn nach dem Belag gefragt wird. Wer keine verachtenden Blicke ernten will, sollte besser rezitieren oder die genuschelten Fragen prompt mit yes or no beantworten. Übrigens war mein Frühstück gar nicht schlecht: Noch verpackte 23-Gramm-Corn-Flakes, ein ganzer Apfel und eine Kanne Kaffee - für 30 Dollar. Aber ich hatte Glück, dass ich den Apfel überhaupt bekommen habe. War nämlich ein Sonderwunsch. Ging gerade noch einmal durch, weil es auch halbierte Bananen extra gibt. Dafür konnte sich der Kellner kaum auf den Beinen halten und lallte, sturzbesoffen um Haltung ringend.
Ach ja, die Begegnungen beim Laufen. Die erste Überraschung: heute waren richtig viele Jungs auf den Beinen. Mindestens drei Läufer haben meine Wege gekreuzt. Und natürlich auch Nachtschwärmer. Nicht alle bester Laune. Ist ja auch anstrengend, die Nacht zum Tage zu machen. Und sich dabei auch noch wohl fühlen zu müssen. Einer also: „Are You serious, goin to las vegas to run?“ sagt einer. Eigentlich ja, tut richtig gut und macht den Kopf frei. Trotzdem habe ich mir die Antwort heute mal verkniffen.