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13 März 2009 18:09
06 Juni 2007 14:13
15 Februar 2007 12:47
7.1.2010
Heute Nacht hatte ich die Gelegenheit, meine Thesen über Las Vegas am lebendigen Objekt zu überprüfen. Deshalb war die Nacht kurz. Nichts wirklich Neues. Was Kip (sic!) sagte schon: „Wir lieben es, jedes Ding an seinem Platz zu stellen“ und er rückt die Papierservietten, die an amerikanischen Bars mit dem Bier gereicht werden, links und rechts auf dem Glastisch ordentlich zueinander aus. Las Vegas, sagt er, und zeigt auf eine Serviette, sei der Ort, wo alles erlaubt ist, was woanders in den Staaten allenfalls an „certain destinated places“ geduldet wird: Bier gibt es überall und man trägt es ohne Papiertüten-Ummantelung mit sich rum, man hält käufliche Damen im Arm, und das Glücksspiel ist Pflicht - „Woah, Las Vegas, here I am“, sagt er, und reißt die Arme hoch, um das Gefühl der Entgrenzung zu beschreiben, das der Besuch im Sündenpfuhl dem Amerikaner bereitet.
Jetzt verstehe ich auch den liebenswürdigen Gesprächspartner gestern Nacht auf meinem Lauf über den Strip: Hier ist nicht der Ort für Training und Gesundheit, Las Vegas ist „Exzess“ – und bitte haltet euch dran!
Kip ist ein richtig sympathischer Mann. Natürlich kommt er auch für die CES und zwar als Vertreter der Firma Magma aus San Diego, California. Die Stadt liegt an der Grenze zu Mexico und Kip erzählt von sonnigen Tagen und vom Baden in der Bucht inmitten von Haifischen – natürlich ganz ungefährlich.
Magma ist in Deutschland bisher nicht so bekannt, hat aber Kunden wie Star-Wars-Erfinder George Lucas, weil Magma Spezialtechnik für Rechner macht, wie zum Beispiel: Ein 50 Meter langes Kabel zum Anschluss einer Grafikkarte an den Computer (sic!). Außerdem und einfach nur praktisch: Adapter, um ältere Grafik- und andere Karten an die neueren Anschlüsse aktueller Mainboards (PCIe) betreiben zu können. So etwas nutzt auch „George“, weil für dessen tricktechnisch aufwendige Produktionen sündhaft teure Spezial-Karten zur Bearbeitung der Spezialeffekte nötig sind, die bei weitem nicht so schnell veralten wie Prozessoren oder Mainboards.
Auch für mich persönlich ist die Begegnung ein wundersamer und glücklicher Zufall: Genau das brauche ich, um meine neusten Innereien (1356-Board) mit meiner älteren, aber guten und teuren Soundkarte anschließen zu können. Kip ist cool und sagt einfach: „Schick mir ne Mail!“
Dass Kip und ich so einfach während der Fahrt im Aufzug beschließen, gemeinsam an die Bar zu gehen, ist vielleicht typisch amerikanisch. Es liegt aber auch daran, dass mir hier ein Exemplar begegnete, der (1) aus einer Gegend der USA kommt, wo in ganzen Vierteln noch deutsch gesprochen wird. Und (2) weil „meine Großmutter behauptet, die Familie sei aus Deutschland gekommen“. Er habe das allerdings überprüft und seither gibt es Streit zwischen Oma und Enkel über diesen Punkt: „weil der Ort geographisch in Polen liegt“ – was Oma bestreitet. The times are a changing…
Kip hat aber trotz der familienintern umstrittenen Herkunft seiner Ahnen Deutsch in der Highscool gelernt und sogar einem „Stammtisch“ besucht „to practice“. Zu dem Stammtisch, das schwört er an diesem Abend mit zwei Deutschen, werde er nach seiner Rückkehr wieder häufiger gehen.