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13 März 2009 18:09
06 Juni 2007 14:13
15 Februar 2007 12:47
8.1.2010
Den Niedergang unserer Branche lässt sich in Las Vegas an der folgenden Beobachtung festmachen: Die blauen und gelben Blechkästen auf den Bürgersteigen, wo einst einmal gegen einen „quarter“ USA-Today oder New York Times herausgenommen werden konnten, haben heute ganz andere Inhalte: "babes, otally nude“ heißt es auf der Schürze der Blechkisten und es liegen Kataloge darin, wie von einem Versandhaus, aber mit Listen, Beschreibungen, Maßen und Telefonnummern von käuflichen Damen. Warum das „t“ bei „total nackt“ fehlt, ist nicht so ganz klar. Nicht auszuschließen ist aber, dass der Buchstabe Prüderie und Zensur zum Opfer gefallen ist, dass es sich also damit verhält wie mit der Dose oder Flasche Bier, die man in den USA nicht offen öffentlich mit sich herumtragen darf, sondern nur in einer Zeitungstüte verborgen. Etwas absurd ist das, aber vielleicht einfach ein Kompromiss, der in gewisser Hinsicht beiden Fraktionen im "Land der freien" gerecht wird: der permissiven und der puritanischen.
Man sollte Las Vegas allerdings nicht unrecht tun: Hier blüht das Böse nicht wie sonst überall in Amerika im Verborgenen, sondern es wird lautstark angepriesen. Auf dem Strip stehen die Schlepper in Reihen und schnippen mit visitenkartengroßen, laminierten Pappen mit Nummern von Stripklubs, die sie jedem Passanten wahllos entgegenstrecken. Trucks mit großen Plakaten auf dem Anhänger fahren den Strip hoch und runter und preisen auf den überdimensionalen Tafeln spärlich bekleidete Damen in lasziven Posen aus ihren eindeutigen Shows an. Aus den Lautsprechern von einigen Häusern direkt am Strip werben die Marktschreier für die „beste Peep-Show“ und die schönsten Models, ganz groß, ach was das Größte und Beste ist es natürlich, alles und überall.
Ach ja, noch etwas, von meinem Zimmer im neunten Stock vom Hotel "Luxor" ist der Sex- und Körperkult der Spielerstadt wie folgt angepriesen: Auf einem Plakat wirbt eine Dame, deren nackten Körper knapp geschnittene Unterwächse ziert, für eine Show. Der größte Teil des Gesichts, vom rot leuchtenden Mund abgesehen, wurde icht aufgenommen. Das andere Plakat heiß „Bodies“ und wirbt für die Leichenshow von Dr. Tod mit dem Bild eines präparierten Körpers. Sex und Tod – that’s RocknRoll!