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03 Januar 2010 16:33
13 März 2009 18:09
06 Juni 2007 14:13
15 Februar 2007 12:47
11.1.2010
Das ganze Las-Vegas-Gefühl gibt es auf dem Buden-Markt in der Nähe des Paris-Hotels am Strip zu kaufen. Es sind T-Shirts, die marktschreierisch von Band wie folgt angespriesen werden: „Proove, that You are a sinner, buy the „I’m-a-sinner“ Sin-city-T-Shirt“.
Sin-City ist das Pseudonym von Las Vegas und in der Haupthalle des Flughafens hängt auf dem Weg zur Passkontrolle ein großes Schild mit der Aufschrift: „Remember: Whatever happened here, never goes out.“ All das nicht Erlaubte, das hier geschah, darf nicht nach außen dringen.
Die Abende auf dem Strip sind nicht nur ein Aufmarsch der Sünder. Gestern mischte sich eine Gruppe fundamentalistischer Christen mitten unter die Schlepper gemischt. Mit einem Megaphon riefen sie Passanten zur Besinnung. Ein Tourist hat gerade eine der kleinen laminierten Visitenkarten von einem Schlepper angenommen, auf denen Damen in eindeutigen Posen prangen und darunter die Telefonnummern einschlägiger Clubs. Doch die Straßenprediger haben es gesehen und rufen den Mann zur Vernunft. Doch der weist das Ansinnen zurück, und als die Prediger nicht von ihm ablassen, leckt er die Visitenkarte mit einem Ausdruck des Wohlgefallens ab. „Schaut euch das an“, schallt es aus dem Lautsprecher, „er ist auf dem direkten Weg zur Hölle“. Der junge Mann zeigt sich zunächst unbeeindruckt. Doch das stachelt die Kirchenmänner nur noch mehr an. „Oh Lord, vergib ihm bitte“, ruft er ihm mit dem Lautsprecher hinterher, dass es über den halben Strip schallt. Und er wiederholt noch einmal drohend: „You are on the straight way to hell!“ Da scheint sich in dem Mann doch so etwas wie Unbehagen zu regen. Er schaut sich nicht mehr um. Lächelt nicht mehr zu seinem Begleiter. Zieht die Schultern hoch. Und sucht das Weite.
Zur Show der Spielerstadt gehört auch das: Ein Löwengehege mit durchsichtigen Böden und Unterführungen. Auf dem Plexyglas hatte sich dort gestern das Wappentier der Film-Produktionsgesellschaft MGM der Breite nach bequem gemacht. Ein hübsches Motiv für Hobbyfotografen. Und Gelegenheit für Späßchen: Ein junger Mann greift nach oben, unmittelbar unter die Scheibe, nach den Hoden des schlafenden Tieres. „I grab Your balls!“ Schallendes Gelächter der Männer, abwiegelndes Zetern der Frauen – das ist die Stadt der Exzesse.
Eine Animierdame stürzt am Nachmittag aufgebracht in den Aufzug des Venetian-Hotels, der Zugang zu den Suiten verschafft. Sie hat Stiefel und ein Bikini-ähnlichen Zweiteiler an, die Kampfkleidung der Table-Dancerinnen. Sie ist ganz außer sich und berichtet den mitfahrenden Damen von einem Mann im Rollstuhl, den durch die Spielhallen gefahren sei und wie dieser nur eine Hand gehabt habe, aber mit dieser nach ihr gegriffen habe – und sie die Flucht ergriff. Die beiden Damen, dunkle, ausgewählte Kleidung, beruhigen sie, zeigen Verständnis und Mitgefühl. Nicht wirklich Empörung, aber doch Solidarität. Es ist alles nur Show. Anfassen, selbstredend, unerwünscht.